THOMAS

 

 

 

 

 

 

DIE EROTIK VON BETON

Nur ein Pessimist oder ein Zyniker denkt beim Anblick von Strümpfen an Raues, wie Beton oder Sperrholz, das die Glätte stören könnte. Im Schrecken der Erfahrung, werden Fakten wahrgenommen und wieder verdrängt. Das zu meidenende Risiko besitzt keine Bilder. Bau- und Naturstoff, sowie die elastische Kunstfaser sind im Alltag unterschiedlichen Bereichen zugeordnet. Wenn so THOMAS BARNSTEIN ein Gerippe aus geschwungenen Sperrholzleisten, das auf einem Betonsockel steht, mit schwarzem Strumpfgewebe überzieht, kombiniert er einander fremde Materialien.

Bei diesem "PANDORA" genannten Objekt, schmiegt sich der Stoff nur auf einer Hälfte der Vasenform an und bedeckt den oben abschließenden Sperrholzring. Auf die ursprünglich gespannte Membrane, goß der Künstler solange flüssigen Beton, bis die Reißfestigkeit des Materials nicht weiter belastet werden konnte. Die zähe Masse drängte durchs Gewebe, bevor sie erstarrte. Das hängende geäderte Gebilde hat nun das Aussehen eines Euters oder einer Brust, der Schnitt durch das beschwerte Tuch den Umriss einer Parabel.

Begonnen hat THOMAS BARNSTEIN mit konstruktivistischen Arbeiten aus Ton, denen geometrische Körper folgten. Später reizte ihn die Leichtigkeit von Sperrholz, sowie die haptische und assoziative Qualität von Kunstpelz und Perlonstrick. Verkleidete Formen gehören seither zum Werk von Thomas Barnstein. In Objekten wie der oben beschriebenen "Pandora" schließlich wird ein Prozess in Gang gesetzt, in dem physikalische Vorgänge ohne weiteres Eingreifendes Künstlers zur mathematisch beschreibbaren Form gerinnen. Auch die, ohne Hilfe der Schwerkraft, gestalteteen Arbeiten von THOMAS BARNSTEIN enthalten die Bögen von Ellipse, Parabel und Hyperbel. Bereits früher wußte die Kunst um die besonderen Eigenschaften dieser Kurven. Im 19. Jahrhundert suchten Novalis und Zeitgenossen darin den Ausdruck für das Gesetzmäßige des Schöpfungsgedankens. Doch bei den Romantikern forschte das erkennende Subjekt nach einer umfassenden Ordnung, wenn es Wolken und Erde von Hyperbelarmen begrenzt sah. Heute vergewissert sich Kunst symbolisch des Einzelfalls. In "Pandora" wird das Ereignis zur Deutung.

Thomas Barnstein

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©  Thomas Barnstein VG Bild-Kunst, Bonn | Website Ingried Wohllaib